Germanistische MediÄvistik

 

Das Fach beschäftigt sich mit mittelalterlichen Texten in deutscher Sprache, von Liebesliedern und Romanen über Predigten, Gebete oder gelehrte Traktate bis hin zu Chroniken, Briefen oder Rezepten. Es lehrt, diese Texte zu lesen, ihre Sprache zu verstehen und sie als Bestandteile historischer Kulturen zu begreifen. Die germanistische Mediävistik hat dazu eigene, ihrem Ansatz nach fächerübergreifende Schwerpunkte entwickelt. Dazu zählen u.a. die Erforschung der Text- und Überlieferungsgeschichte als Funktionen eines offenen, zu Veränderungen bereiten Umgangs mit Texten; der allegorischen Dimension der Welt, mittelalterlichen Denkens und Darstellens; der Organisation und der Vermittlung von Wissen; der fruchtbaren Spannung zwischen Gelehrten- und Laienkultur; der Übergänge zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit; der Beziehungen zwischen Bildern, Texten und der Bildlichkeit von Texten wie der Gesprächs- und Geselligkeitskultur. Je mehr die Ergebnisse dieser Bemühungen zusammenwachsen, desto näher kommen wir der Rekonstruktion jener komplexen Existenzbedingungen der Texte (und anderen Erscheinungsformen der Kultur). Dann aber geben sie auf faszinierende Weise Einblick in fremde Formen des Wahrnehmens und Denkens und des sozialen und kulturellen Lebens.

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