Das ikonographische Programm der byzantinischen Kirchen und die Liturgie: Untersuchungen zum Christos Anapeson

Mitarbeiterin: Dr. Manuela Studer-Karlen
Finanziert durch: Schweizerischer Nationalfonds (Marie-Heim-Vögtlin)
Laufzeit: 1. Februar 2014 – 31. Januar 2016

Projektbeschreibung:


Der ruhende oder liegende Christusknabe (Anapeson), ist ein vielsagendes und vieldeutiges, der byzantinischen Kunst eigenes Motiv. Es wird bereits in den Quellen des 12. bzw. 13. Jahrhunderts beschrieben. Bildlich fassbar ist es allerdings erst am Ende des 13. Jh. und dann besonders im 14. Jahrhundert. Aus hauptsächlich zwei Gründen hat sich die Forschung bisher kaum mit diesem ikonographischen Typus auseinandergesetzt. Erstens kann aufgrund des Fehlens einer übersichtlichen Zusammenstellung aller Beispiele die Entwicklung dieses Bildes nicht genügend erklärt werden und zweitens lässt sich die Ikonographie mit keinem biblischen Geschehen in Verbindung bringen.
Das Pojekt befasst sich mit der Entwicklung des ikonographischen Typus Christos Anapeson. Hierzu werden nicht nur die bildlichen Quellen miteinander verglichen und verortet, sondern auch die Inschriften, Textquellen und die liturgischen Texte hinzugezogen. Darüber hinaus leistet diese exemplarische Untersuchung einen Beitrag zur Erforschung des Zusammenspiels von Bildern und Liturgie. Die Darstellung des Anapeson ist spekulativ konzipiert und bietet für die Analyse einen idealen Ausgangspunkt. Die Untersuchung trägt auch zum besseren Verständnis des Einflusses der Liturgie auf die Ikonographie der paläologischen Zeit bei. Das Verknüpfen der zeitgenössischen in der Liturgie gebrauchten Texte sowie weiteren Textquellen mit der Ikonographie ist ein wichtiger Bestandteil dieser Studie. Aus den Ergebnissen werden ausserdem Rückschlüsse auf die Auftraggeber und das Konzipieren der Kirchenprogramme sowie auf die zeitgenössischen Riten erwartet.