3. GraduiertenKurs des mediÄvistischen instituts

"Neue Wege der editionswissenschaft und der Deutung von mittelalterlichen Texten"


Es gehört zu den Aufgaben der Mediävistischen Grundlagenforschung, die Herstellung, den Gebrauch und die Aufbewahrung von mittelalterlichen Texten zu analysieren. Die Erkenntnisse der klassischen Editionswissenschaft müssen heutzutage mit Möglichkeiten moderner Editionstechniken, wie zum Beispiel der digitalen Edition konfrontiert werden. Der Umgang mit mittelalterlichen Texten setzt aber auch voraus, dass die Grenzen der heutigen Fachdisziplinen überwunden und verschiedene Fachkompetenzen in den Bereichen von Philologie, Paläographie, Kodikologie, Geschichtswissenschaft oder Philosophie zusammengeführt werden.

Das Thema des dritten Graduiertenkurses des Mediävistischen Instituts der Universität Freiburg eignet sich im besonderen Masse für den interdisziplinären Austausch und richtet sich gleichermassen an Historiker, Philosophie-, Religions-, Rechts-, Kunst- und MusikhistorikerInnen, TheologInnen, AltertumswissenschaftlerInnen, RomanistInnen, AnglistInnen, GermanistInnen, SlavistInnen und LatinistInnen. Eine methodische Vertiefung soll ausserdem dadurch erreicht werden, dass auch wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt werden können, die in die Spätantike und die frühe Neuzeit fallen. Der zeitliche Rahmen wird auf die Zeit von ca. 200 n. Chr. bis ca. 1600 festgesetzt.

Den Schwerpunkt des Kurses bilden die Präsentationen (45 Minuten) der DoktorandInnen, in denen der Forschungsansatz und ausgewählte Ergebnisse der laufenden Forschungsarbeit vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden. Die Präsentationen werden durch Vorträge von eingeladenen SpezialistInnen ergänzt, welche in die grossen themenübergreifenden Problemkreise einführen (e.g. Überlieferung der Texte, Editionstechnik, Kommentierung). Computer gestützte Verfahren der Textedition und Organisation von Grossprojekten sollen vorgestellt werden. Den Kurs betreuen ausser den vier OrganisatorInnen vier ausländische Referenten: Sten Ebbesen (Kopenhagen), Nigel Palmer (Oxford), Carlos Steel (Leuven), Loris Sturlese (Lecce).

Allgemeine Informationen zum Graduiertenkurs des Mediävistischen Instituts finden Sie hier.