Wolfgang Stammler Gastprofessur
FÜr Germanische Philologie

 

Heft 6

Michael Curschmann
Vom Wandel im bildlichen Umgang mit literarischen Gegenständen
Rodenegg, Wildenstein und das Flaarsche Haus
in Stein am Rhein

Freiburg/Schweiz 1997, 64 S., 26 Abb.
ISBN 3-7278-1083-1, brosch.

Der Yvain/Iwein-Zyklus auf Burg Rodenegg (1220-30) und der Dietrich-Zyklus auf Burg Wildenstein (1520-30) bezeichnen Anfang und Ende der Bemühungen des mittelalterlichen deutschen Laienadels, sich literarische Stoffe als repräsentativen, visuellen ‹Hausbesitz› anzueignen.
Die beiden Denkmäler werden im Hinblick auf das Verhältnis der bildlichen Darstellung zur jeweilig nahestehenden literarischen Tradition verglichen, und es zeigt sich dabei u.a., dass die entscheidenden Unterschiede in der kompositorischen und thematischen Behandlung des Gegenstands in engem Zusammenhang mit den unterschiedlichen Kommunikationsbedingungen - hie mündlich, dort schriftlich - stehen. So führt dieser Vergleich zugleich die Forschungsrichtungen ‹Mündlichkeit-Schriftlichkeit› und ‹Bild und Text› näher zusammen.