sCRINIUM FRIBURGENSE

Volume 13

Die Kathedrale von Lausanne und ihr Marienportal
im Kontext der europäischen Gotik.
Freiburger Colloquium 1998

Ed. par Peter Kurmann et Martin Rohde


Berlin/New York 2004, 226 p., 16 planches et 168 ill.
ISBN 3-11-017916-4


Seit dem Jubiläumsband von 1975 (700-Jahrfeier zur Weihe der Kathedrale von 1275) ist keine grössere Arbeit über die Architektur und Skulptur von Notre-Dame in Lausanne erschienen. Lediglich über die berühmten Glasfenster der Rose gibt es neuere Publikationen. Das Kolloquium, dessen Akten im angezeigten Band veröffentlicht werden, hat sich zum Ziel gesetzt, die Kenntnisse zu Architektur und Portalskulptur der waadtländischen Kathedrale mit dem derzeitigen Forschungsstand im Bereich der gotischen Architektur und Bildhauerei der Gotik Europas zu vergleichen und dementsprechend auszuweiten. Werner Stöckli stellt seine neuen Forschungen zur Baugeschichte der gotischen Kathedrale von Lausanne und ihres Marienportals dar, aus welchen eine Chronologie resultiert, die von der bisher allgemein akzeptierten in wichtigen Punkten erheblich abweicht. Jacques Henriet und Eliane Vergnolle beschäftigen sich mit den ältesten Teilen der Lausanner Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert und ihren stilgeschichtlichen Voraussetzungen in der burgundischen Spätromanik.Nachdem seit den 1950er Jahren enge Verbindungen zwischen der Architektur von Notre-Dame in Lausanne und der Baukunst der englischen Frühgotik immer wieder postuliert worden sind, greift Christopher Wilson dieses Thema auf und kommt zu überraschend neuen Resultaten.Die historischen Voraussetzungen des Kathedralenbaus und das Funktionieren ihrer mittelalterlichen Liturgie werden von Jean-Daniel Morerod, Véronique Pasche und Pascal Ladner erläutert.Die Ikonographie des Marienportals, dessen zentraler Bildinhalt von einer Marienkrönung bestritten wird, die vom gängigen Typus der Gotik abweicht, stellt Bruno Boerner in neue theologiegeschichtliche Zusammenhänge. Ueberlegungen zum Stil der Skulpturen des Marienportals und dessen architektonischer Struktur steuern Willibald Sauerländer und Klaus Niehr bei. Dany Sandron und Dethard von Winterfeld stellen die Architektur von Notre-Dame zu Lausanne in die grösseren Zusammnehänge der gotischen Baukunst Frankreichs bzw. Mitteleuropas. Auf diese Weise hat sich ein Kreis von international anerkannten Spezialisten auf dem Gebiet der Erforschung europäischer Gotik zusammengefunden und das bedeutendste Bauwerk dieser Epoche innerhalb der heutigen Schweiz einer grundsätzlich neuen Sichtweise dargestellt. Zweifellos wird der Band zu einer neuen Einschätzung dieses Meisterwerks der Gotik führen.

Recension

Recension 2

Jean-Daniel Morerod et Véronique Pasche — L'Église de Lausanne et la construction de sa cathédrale.
Pascal Ladner — Die Liturgie von Lausanne.
Werner Stöckli — La chronologie de la cathédrale de Lausanne et du portail peint.
Jacques Henriet(†) — La cathédrale de Lausanne: La première campagne de travaux et ses sources.
Éliane Vergnolle — Les plus anciens chapiteaux de la cathédrale de Lausanne.
Christophe Wilson — Lausanne and Canterbury: A Special Relationship Re-considered.
Dany Sandron — La cathédrale de Lausanne et l'architecture du Nord de la France à la fin du XIIe et au début du XIIIe siècle.
Dethard von Winterfeld — Die Baukunst im Römischen Reich zur Zeit des Neubaus der Kathedrale von Lausanne.
Klaus Niehr — Die 'Porta picta' von Lausanne — Versuch einer Strukturanalyse.
Bruno Boerner — Überlegungen zur Ikonographie des Marienportals.
Willibald Sauerländer — Centre et périphérie: le cas du portail peint de Lausanne.