Von Venedig zum Heiligen Land. Ausstattung und Wahrnehmung von Pilgerorten an der Mittelmeerküste (1300–1550)

Direction : Prof. Dr. Michele Bacci
Collaborateurs: Angela Schiffhauer, Gianvito Campobasso, Argyri Dermitzaki, Vesna Ščepanović, Sofia Zoitou
Projet-FNS du: 1. 6. 2014–31. 5. 2017

Description du projet:

Das Projekt "Von Venedig zum Heiligen Land. Ausstattung und Wahrnehmung von Pilgerorten an der Mittelmeerküste (1300–1550)" erforscht mittelalterliche Pilgerorte, die auf dem Seeweg zwischen Venedig und Jerusalem lagen. Diese Orte wurden im Spätmittelalter Teil eines Netzwerkes von heiligen Stätten, welche die Pilger auf dem Weg nach Palästina per Schiff anfuhren. Die Pilgerorte auf dem Weg nach Jerusalem waren einerseits mit dem Heiligen Land als Ziel der Reise geografisch verbunden. Zum anderen konstituierten sie in der Erfahrung der Reisenden eine spezifische, maritim geprägte Sakraltopografie im östlichen Mittelmeerraum. Das wissenschaftliche Ziel des Projektes ist es, erstmals diese Sakraltopografie mit ihren teilweise kaum bekannten Kultorten als Gesamtheit aufzuarbeiten. Die Durchführung des Projektes "Von Venedig zum Heiligen Land" beinhaltet fünf eingehende Fallstudien zu exemplarischen Orten auf dem Seeweg nach Palästina (1. Venedig; 2. Porec, Zadar, Dubrovnik und Lesna; 3. Durrës, Vlora und Pllanë; 4. Strofades, Korfu, Kreta; 5. Rhodos). Die einzelnen Orte werden vom Gesichtspunkt ihrer Materialität aus betrachtet, im Hinblick auf die verschiedenen bildlichen und räumlichen Strategien, die jeweils erarbeitet wurden, um die Heiligkeit des Ortes zu verdinglichen. Untersucht werden in den Teilprojekten die Lage in der Landschaft und die Ausstattung der Kultorte, nämlich die architektonischen Strukturen (die Kirchen und deren Binnengliederungen wie Kapellen und Altäre), die Ornamente (wie z.B. Baldachine, Monstranzen, Einrahmungen, Schränke, Lampen, Textilen, Reliquiare, Goldschmiedewerke), die bildlichen Dekorationen (Skulpturen, Wand- und Tafelmalereien), die Beleuchtungsformen, und die als räumliche Anhaltspunkte verwendeten Kultobjekte (Grabmäler, Reliquien, Bilder, Naturstücke) sowohl in ihren spezifischen Eigenschaften (Material, Gestalt, Stil, Funktion, typologische, kompositionelle und ikonografische Besonderheiten) als auch in ihren wechselseitigen Zusammenhängen. Für die Analyse der noch erhaltenen Objekte, Gebäude, Ausstattungsstücke und Bilder, die zur Inszenierung der entlang des Palästina-Seewegs gelegenen Heiligtümer dienten und meist noch heute – trotz der im Laufe der Jahrhunderte stattfindenden Umgestaltungen – zugänglich sind, werden die in den verschiedenen europäischen Sprachen verfassten Pilgerberichte aus dem Spätmittelalter hinzugezogen.