Tagung 2012

„Die Stadt im Raum – Imaginationen, Interaktionen und MÖblierungen“ 

16.–18. Februar 2012

 

 

 

Wie werden urbane mit supraurbanen Räumen verschränkt? In welcher Beziehung stehen sie zueinander? Wie werden Grenzen innerhalb der Stadt, aber auch zwischen der Stadt und anderen Räumen fixiert, variiert und überschritten? Diese – auf klassische Forschungsfelder der Stadtgeschichtsforschung verweisenden – Fragen werden angesichts der laufenden Diskussionen über den Raumbegriff neu gestellt und beantwortet. Die oft geforderte, aber selten eingelöste Forderung, die Stadt in ihrem vielgestaltigen Verhältnis zu den sie umgebenden und von ihr mitgenerierten Räumen historisch zu fassen, findet damit neue Beachtung. Die hier angezeigte Tagung wird diesen Grundüberlegungen nachgehen und dabei drei Themenbereiche multiperspektivisch beleuchten: die Entstehung des städtischen Raumes (als einen durch Überblendungen, unklare Grenzziehungen und die Interaktion mit der Umwelt geprägten Prozess), das Ausgreifen des städtischen Raumes in das Umland (als einem polylateralen, potentiell asymmetrischen Kommunikationsprozess unter Abwesenden) und die Beteiligung städtischer Akteure bei der Konstruktion supralokaler Räume. Die Ansätze der jüngeren Stadtgeschichte, der Staatsbildungsforschung, der Diplomatiegeschichte – aber auch der Umwelt- und der Kunstgeschichte – werden damit unter einer gemeinsamen Fragestellung zusammengeführt und wechselseitig fruchtbar gemacht.
Als Beiträger konnten profilierte Fachleute ebenso wie junge Forscherinnen und Forscher aus der Schweiz und Deutschland gewonnen werden. Kunsthistoriker und Historiker, Mediävisten und Frühneuzeithistoriker, Kenner der Geschichte des Alten Reiches, der Eidgenossenschaft und Italiens werden gleichermaßen vertreten sein.

Als Tagungsort ist Freiburg schon deshalb im hohen Maße geeignet, weil hier zwei Nationalfondsprojekte angesiedelt sind, deren Vertreter im Rahmen der Tagung ihre Forschungserträge vorstellen können. Dabei handelt es sich um die Forscher der Nationalfondsprojekte „Eliten, Kommunikation und Konflikte. Der Stand Freiburg 1655–1803“ und „Bündnis, Stadt und Staat. Eine vergleichende Untersuchung von Bundessprache, Bundesritualen und Bundespraxis in der städtischen Politik 1250–1550 im südwest- und oberdeutschen Raum“. Eingeladen wurden darüber hinaus Mitglieder des Netzwerkes „Junge Städteforschung“, die die hier diskutierten Fragen in Nachfolgetreffen aus verschiedenen Perspektiven weiter verfolgen werden. Die Tagungssprache ist Deutsch. Die Veröffentlichung eines Tagungsbandes ist geplant.